Heute geb ich mal einen Ausstellungshinweis weiter:
+ 1 Grad, ein Temperaturunterschied von 18 Grad innerhalb von 20 Stunden – das lockt sogar die ersten Camelien raus! Ich habe die beiden Stöcke hinterm Haus an einem schattigen Platz mit Abendsonne und gelegentlichen Regengüssen „übersommert“. Jetzt haben sie ganz viele Knospen.
Tortellini mit Lachsfüllung : die Farce aus warm geräuchertem Lachs, Kräutern und Sahne, einfach mit der Gabel verrührt; der Pasta-Teig diesmal mit 2 Eiern; das ganze getoppt mit einer leichten Sauce aus Kräutern und 4 Cocktail-Tomaten, 2-3 Schuß Riesling Kabinett trocken ( Spindlers wunderbare „Philosophie“) und ein wenig flüssige Sahne, abgerundet mitParmesan. Die Tortellini kamen zum Trocknen auf den Wäscheständer, die gabs heute mit Lachs.
Zufrieden und glückselig saß ich am Abend da, als ein Anruf mit trauriger Nachricht kam: mein Großonkel ist ganz plötzlich verstorben. Glück und Trauer und Abschied liegen wieder einmal ganz nah beieinander! Die Umstände dieses Abschieds sind wie ein flashback: keinerlei Verabschiedung war möglich! von Moltkes Zitat trifft ins Schwarze, nachdem man einen Menschen, der gestorben ist, zwar beweinen kann, aber „diejenigen sind zu beklagen, die ihn geliebt und verloren haben.“ Mein Mitgefühl gilt allen voran also meiner Großtante, dem Sohn mit Familie, den Enkeln und der Schwester.
„Ich wünsche mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann;
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Mit diesem Zitat von Reinhold Niebuhr als meinem persönlichen Wunsch verabschiede ich mich in die Syvesternacht und freue mich auf ein Wiederlesen im neuen Jahr 2011.
„Freiflug“ , Mischtechnik auf Leinwand, Asphalt und Shellack,Coallge und Acryl
Die Dämonen und Geister der Rauhnächte haben mich im wahrsten Sinn des Wortes besucht, allerdings in Form von „Hirngewitter“ bzw. „Flocken im Gehirn“, sprich Migräne – Samstag lag ich flach….. Statt Koch-Action also: Einladung verschieben, Ruhe geben und inne halten, denn Lesen oder Radio bzw. Musik hören, nachdenken, Weihnachtspost schreiben ging auch nicht mehr. Mir fiel die Zeit meiner 5-Monats-Migräne wieder ein, damals eine der Nebenwirkungen der Anti-Hormon-Therapie. Bis dato hatte ich Migräne noch nie erlebt, dann brachs über mich herein. Nach sechs Monaten, die ich ohne die Akkupunkturnadeln von Paul (HP in Marktl) wohl nicht überstanden hätte, brach ich die Therapie vorzeitig ab, fünfeinhalb Jahre hätte ich noch durchhalten sollen bzw. müssen, der Preis erschien mir dann doch zu hoch! Jetzt erwischt es mich ca. 4 mal im Jahr in sehr abgeschwächter Form, meist dauerts auch nur 24 Stunden. Siri Hustvedt, amerikanische Schriftstellerin, beschreibt in ihrem sehr genialen Buch „die zitternde Frau“ u.a. ihren „status migränosus“, den sie zwei mal erlebte und der jeweils über ein ein Jahr anhielt – unvorstellbar….Schon im Neolitihikum war Migräne bekannt, damals wurden die Schädeldecken geöffnet um die Dämonen entweichen zu lassen. Die Pharaonen haben sich mit der Asche eines Wels-Skelettes eingerieben. Von diesen beiden Therapieempfehlungen nahm ich Abstand. Auch auf Tollkirsche, Fingerhut und Brechnuss habe ich verzichtet, so wie es Thomas Willis 1664 empfahl um der Erweiterun der Hirnarterie entgegen zu wirken.Ich habs mit Rückzug gehalten, mal nichts tun, nichts denken – bis am Spätbnachmittag die Lebensgeister zurück kehrten.
Ansonsten wurde viel gekocht, gegessen, gelacht. Bei sanftem Schneflockentanz kam auch richtig Weihnachtsstimmung auf. Heuer gibts auch mal wieder einen Baum, der steht diesmal im Freien im Innenhof und ist u.a. mit Vogelfutterringen bestückt. Die Meisen habens schonentdeckt und haben ihre Freude dran.
Von meiner Tante aus Lindau am Bodensee habe ich diese schöne Karte bekommen – eine Bleistiftzeichnung von Schwester M. Raphaela Bürgi , einer Ordensfrau in der Schweiz. Eine eigene homepage hat die fast 9ojährige Künstlerin auch : http://www.sr-m-raphaela-buergi.ch „Unterwegs“ ist der Titel der Karte- das bin ich ab morgen früh auch wieder….mögen die Wettergeister und -dämonen mir gnädig sein!
Mein kleiner Verkaufstisch am Priener Weihnachtsmarkt direkt beim Streichelzoo vorm Heimatmuseum : neben Hundeerziehungskursen gibts dort die schönen Fotokalender der Selbsthilfe Brustkrebs Chiemgau e.V. und Herzkissen – eines habe ich noch! Vielleicht besucht mich ja jemand : Freitag und Sonntag von c1. 13 Uhr bis 20 Uhr bin ich da.
Wer sich noch schöne Bilder ansehen möchte sollte die „brandneue“ HP meiner Freundin Dodo besuchen. Sie hat dort ihre Mandala-Bilder und Infos dazu online gestellt, zu sehen unter : http://www.dodomandala.de/ .
…. auch eine Art Mandala, deren Inhalt bei den Vögeln gerade sehr begehrt ist. Sie besuchen uns in Scharen.
95% unserer Informationen erhalten wir nicht aus erster Hand – also im Gespräch, aus eigenen Eindrücken, Beobachtungen und Erlebnissen – sondern auf Grund von Informationen von außen, von vorgefertigten Meldungen und Meinungen. In einer Informationsgesellschaft ist dies ja nicht grundsätzlich verwerflich – zumal wir selbst auch noch in der Lage sein sollten, letztendlich eigene (Rück)Schlüsse und Gedanken anzustellen. Wie die neuesten PISA-Ergebnisse zeigen kommt aber genau diese Fähigkeit unseren Schülern und Kindern abhanden da sie Texte zwar lesen, aber nicht deren Inhalt verstehen und in eigenen Worten wieder geben können – und alle wundern sich darüber.
…große Eis-Lampe im Garten sorgt für erhellende Gedanken, da geht sogar „Aisha“ ein Licht auf……
Als ich vor über 20 Jahren meinen ersten Beruf als Journalistin an den Nagel hängte, bzw. die Schreibmaschine mit dem Pinsel austauschte, war für mich klar: den freien Journalismus gibt es nicht mehr. Erst kürzlich mußte ich mich wieder für diese Feststellung rechtfertigen. „Frei“ bedeutet für mich, Informationen weiter zu geben und Zusammenhänge aufzuzeigen – das Kommentieren und das Herauslesen oder Hineininterpretieren einer eigenen „Wahrheit“ obliegt dann dem Leser. So wie in der Kunst dem Betrachter. Marlene Dumas stellt in ihren „tronies“ die Mediengesellschaft zur Diskussion, sie erläutert nicht, erklärt nicht, interpretiert nicht – das überläßt sie den Besuchern der Ausstellung . Nur wird diesem das Verstehen dieser Bild-Sprache nicht auf dem Silbertablett serviert – ein „Einlesen“ in die Thematik, in die Biographie der Künstlerin , ein Hintergrundwissen zum Zeitgeschehen ist da schon erforderlich! ( Ich kann allen die im Eintrittspreis enthaltene öffentliche Führung nur empfehlen!) Was der Betrachter aber dann daraus macht, welche Gedanken er anstellt und welche Konsequenzen er daraus zieht, das gibt sie gänzlich aus der Hand – Kontrolle abgeben, wer macht das noch in einer Zeit des Kontrollwahns? Das verunsichert und verstört. Dass Kunst und Journalismus doch sehr nah beieinander liegen zeigt mir die Aufregung um wikiLeaks und den Mitbegründer Julian Assang. Ungefiltert und unkommentiert Informationen zur Verfügung stellen verunsichert und verstört, meist auf allen Seiten. Und was stört muß weg! Da hats die Kunst dann wieder leichter: sie darf tun und lassen was sie will und muß halt schaun wie sie dann überlebt. Zumindest die Kritische. Denn je seichter und unterhaltsamer, umso förderungswürdiger.Wirklich ärgerlich macht mich nämlich die 8-Milliarden-Frage: so viel kostet dem deutschen Staat die Subventionierung von ARD und ZDF. Da muß ich mitbezahlen, egal was ich davon halte und wie oft ich schaue. Subvention leitet sich direkt aus dem lateinischen Verb „subveniere“ ab – dem „zu Hilfe kommen“ , nur frage ich mich schön langsam, was kann da noch helfen? Aber dazu hat Harald Mertenstein im Zeit-Magazin vom 2.12. schon einen wunderbaren Kommentar geschrieben : http://www.zeit.de/2010/49/Martenstein
Impressionen vom Tollwood-Besuch am Wochenende in München: kam in den Genuß mit Freunden durch die Zelte zu schlendern, das Spektakel ,das Licht, die Kälte, den Glühwein wirken zu lassen. Zuvor schon hatte ich die Freude der Kinder miterlebt, die auf ihren Schlitten durch die Innenstadt gezogen wurden, die Schneehügel eroberten und die ganze Innenstadt zu einem Schnee-Spielplatz erklärten.
Am Nachmittag war ich erneut bei den „tronies“ von Marlene Dumas und den alten Meistern, hab viel gesehen, erfahren , lernen dürfen….. hat genau gepaßt um mit den Teilnehmern des apakt- Seminars den Unterschied von Maske, Rolle, Scheinwelt und Portrait als einem tatsächlichen „Ich im Bild“ herauszuarbeiten.
Je mehr ich von Marlene Dumas weiß und je mehr ich von ihrer Intention und Arbeitsweise begreife, umso mehr beindrucht sie mich. Die Verbindung von Kunst und Psychologie – letzteres hat sie mehrere Semester studiert – wird offensichtlich und erkennbar. Während Sie sich als Künstlerin jeglicher Erklärung und Interpretation verweigert, desto deutlicher konnten wir in dem Kurs die Zeichnung, das Bild als Projektions- und Interpretationsfläche herausarbeiten. Dem Selbstportrait haben wir uns auf verschiedene Weise genähert – sowohl „klassisch akademisch“ als auch – und vorallem- spürend, begfreifend, skizzierend, kritzelnd, ertastend, modellierend. Hat wirklich sehr großen Spaß gemacht diesen Kurs anzuleiten!
Oben zwei der A4 „Logbücher“, unten A5 Kalender ( von Bindwerk aus Prien am Chiemsee) , das Deckblatt ist jeweils von mir als Mischtechnik und Collage gestaltet.
Rechtzeitig vor dem vielen Schnee wurde auch die Vogelfutterstation fertig. Was im Sommer ein Bistrotisch ist, wird jetzt auch im Winter zur Nahrungsaufnahme genutzt.
Manchmal kommen bis zu 30 Vögel auf einmal angeflogen. Neben unzähligen Spatzen, Maisen aller Art, Finken, Kleibern, Amseln und Türkentauben kann ich vom Küchenfenster aus auch die beobachten, die man sonstnur höhrt und selten sieht: Goldammer, Eichelhäher und Buntspecht.
Dazwischen blieb sogar mal Zeit eine „blaue Stunde“ am See zu genießen: